Google AdGrants [AdWords] – Beobachtungen 1


09.16.15 Posted in AdWords by

Budgetausschöpfung – gar nicht so leicht!

Wer Google AdGrants professionell betreibt, bzw. das Maximum aus dem Grants-Programm herausholen möchte, wird feststellen, dass man grundsätzlich erst einmal Einiges an Arbeit investieren muss, um ein Budget von 10.000$ im Monat auszugeben, natürlich abhängig von Größe und Relevanz der Institution und Web-Präsenz.
Rational gedacht ist das Erreichen der dauerhaften Budgetausschöpfung für jede Institution das oberste Ziel, denn nur wer es schafft (genaue Beschreibung in den Richtlinien):

  • in 2 von 6 Monaten volle Budget-Ausschöpfung
  • mindestens eine Conversion zu tracken (ein normaler Website-Besuch zählt nicht als Conversion)
  • CTR >1% im gesamten Konto

wird für eine Zulassung zum AdGrants-Pro Programm in Betracht gezogen. Dieses schlägt mit einer Vervierfachung des Budgets, demzufolge 40.000,-$ pro Monat zu Buche. Während ich für das Tracken von Conversions und Erhöhung von Durchklickraten (CTR) in den nächsten Wochen eigene Beiträge schreibe, möchte ich bzgl. der Budgetausschöpfung auf einige Besonderheiten im Zusammenhang mit AdGrants hinweisen.
Allen Traffic-Estimatoren u.ä. sei dank, dass wir ungefähr wissen mit welchem Suchvolumen bei einzelnen Keywords zu rechnen ist. Gepaart mit den verschiedenen Themengebieten die ich auf der Website bewerben will, erstellt man nun verschiedene Kampagnen, Anzeigengruppen, Anzeigen und Keyword-Pools. Den einzelnen Kampagnen werden auch Budgets zugeteilt – alle Kampagnen zusammen dürfen jedoch 329,-$ pro Tag nicht überschreiten.

Der „große“ Unterschied zum konventionellen AdWords

Läuft die Kampagne nun an, wird man feststellen, dass das Verhalten der einzelnen Anzeigen, bedingt durch das Zusammenspiel Keyword-Optionen, Qualitätsfaktoren und Maximal-Geboten, sich oft deutlich in Impressionen und Klickzahlen von den Vorhersagen unterscheidet. Bezüglich der Budget-Planung ist das jetzt nicht tragisch, da man diese flexibel anpassen kann.
Unterschied 1: Angenommen das Budget der Kampagne A wird jeden Tag ausgereizt und das der Kampagne B nicht. Passiert Ihnen das an nur (im schlimmsten Fall) einen Tag im Monat, können Sie theoretisch schon gar nicht mehr die 10.000$ (genau sind es 9.900 die erreicht werden müssen) erreichen, bzw. die Chance sinkt stark, da ja die Summe aller Kampagnenbudgets auf 329,-$ / Tag begrenzt ist.
Unterschied 2: In einem herkömmlichen AdWords-Konto kann ich darauf sehr schnell reagieren, denn AdWords hat ein Simulator, welcher mir anzeigt bis zu welchem Grad eine Budgeterhöhung Sinn macht (siehe Bild). Dies ist bei AdGrants nicht der Fall. Die rote Statusanzeige „Eingeschränkt durch Budget“ existiert nicht.

AdWords simuliert welche Klickzahlen mit verschiedenen Budgets möglich sind

AdWords simuliert welche Klickzahlen mit verschiedenen Budgets möglich sind

Das heißt, dass man die Budgetgrenzen durch „Testen“ herausfinden muss. [Update 16.10.2015] Mittlerweile ist der Estimator auch in AdGrants Konten verfügbar. Das ist ein schönes Beispiel dafür, dass man Adwords-AdGrants nicht „nebenbei“ macht. Man kann sich den ganzen Aufwand sparen, indem man sogenannte „Gemeinsame Budgets“ verwendet. Links unten in der Menüleiste unter Gemeinsam genutzte Bibliothek -> Budgets kann man ein Budget für mehrere Kampagnen nutzen. Der Nachteil ist, dass man Gewichtungen in den einzelnen Kampagnen nur noch sehr schwer und aufwendig durchführen kann (z.B. Keywordpreise, Anzeigenzeiträume, Gebotserhöhungen/-senkungen usw.).
Unterschied 3: Eine reine Beobachtung, der (noch) keine verifizierte Aussage seitens Google zugrunde liegt. In einem konventionellen Konto sieht es so aus, dass Tagesbudgets auf den Monat betrachtet, den einen Tag über- oder unterschritten werden können, im Durchschnitt aber (also ausgleichend) nie das Tagesbudget überschreiten. Bei AdGrants konnte ich nun mehrere Beobachtungen machen, die nicht immer dienlich im Sinne der Budgetausschöpfung sind. Zum einen konnte ich an einigen Tagen beobachten, dass die Budgets (Kosten) erst bei über 330 Dollar stehen geblieben sind. Am nächsten Morgen schaute ich mir die Zahlen noch einmal an und plötzlich waren die Kosten bei knapp über 320 Dollar. Ausgleichsmaßnahmen seitens Google müssen hier vorgenommen worden sein. Das macht alles nichts, wenn am Ende des Monats in der Summe eine Ausschöpfung des Budgets erfolgt. Dann gibt es aber wieder Tage (siehe Screenshot), an denen man plötzlich einen „Einbruch“ bei den Kosten hat. Anstatt nun aber, dass Google die nächsten Tage trotz Budget-Limitierung auf 329,-$ die Kosten weiter „laufen“ lässt, wird rigoros bei 329,-$ gedeckelt. Zumindest sieht es so aus, man kann aber nicht erkennen, ob an den Tagen der vollen Ausschöpfung von 329,-$ dies gerade so erreicht wurde oder ob das Konto / die Kampagne auch 500,- oder 1.000,-$ geschafft hätte (da Simulator fehlt). Folge: Ausschöpfung des Budgets auf den Monat gesehen nicht möglich.

Durch die scheinbar strikte Deckelung bei 329,-$ ist es nicht möglich, die Tag mit nicht ausgeschöpftem Budget wieder "aufzuholen".

Durch die scheinbar strikte Deckelung bei 329,-$ ist es nicht möglich, den Tag mit nicht ausgeschöpftem Budget wieder „aufzuholen“.

 

Andreas



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